LRS-Förderung an der Edith-Stein-Schule

Was ist LRS?

Unter "LRS" verstehen wir im schulischen Bereich "Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten". Wir beobachten immer wieder Kinder, die im Verlauf des Lese-Schreiben-Lern-Prozess mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Diese Schwierigkeiten können ganz verschiedene Bereiche des Schriftsprach-Erwerbsprozesses betreffen.

Betrachtet man die Lernschwierigkeiten einzelner Schüler in struktureller Hinsicht, so lassen sich über die fächergebundenen Lernschwierigkeiten im Fach Deutsch hinaus meist allgemeine Entwicklungsverzögerungen und Wahrnehmungschwächen in folgenden Bereichen finden:

  • Wahnehmung (visuell oder auditiv)
  • räumliche Orientierung 
  • Feinmotorik
  • Sensomotorik
  • Konzentration
  • Merkfähigkeit
  • Sprache

 

Was kann Schule leisten?

  1. Zu Beginn des ersten Schuljahres setzen wir in allen Klassen das Münsteraner Sceening als flächendeckendes Diagnoseverfahren ein, um Kinder mit Risikofaktoren hinsichtlich eines erfolgreichen Lesen- und Schreibenlernens frühzeitig zu erkennen und entsprechend beobachten und fördern zu können.
  2. Die spezifischen Lernprobleme von Schülerinnen und Schülern müssen in der Folge zunächst durch die Klassenlehrerin erkannt und eingeschätzt werden. Manchen Problemen kann durch differenzierte unterrichtliche Angebote bereits auf dieser Ebene abgeholfen werden.
  3. Bei schwierigen und komplexen Lernproblemen müssen differnzierte diagnostische Verfahren eingesetzt werden, die das spezifische Lernproblem freilegen. (Testung durch LRS-Fachkraft, sonderpädagogische Fachkraft, Schulpsychologische Beratungsstelle etc.)

 

Die LRS-Fördergruppen werden zu Beginn eines jeden Halbjahres neu gebildet. Innerhalb dieser Kleingruppen (4-6 Kinder) werden Kinder mit dem gleichen Förderschwerpunkt auch jahrgangsübergreifend zusammengefasst, um die spezifischen Schwächen der Kinder gezielt fördern zu können.

 

Die Förderstunden beinhalten dabei stets Übungen zu Konzentration, Merkfähigkeit und Entspannung sowie zu den spezifischen Wahrnehmungsschwächen (s.o.). Diese fächerübergreifenden Förderbereiche nehmen dabei etwa 2/3 der Förderstunde in Anspruch – in den weiteren 15 Minuten arbeitet jedes Kind an seinem individuellen fachgebundenen "Symptombereich".

Mit "Symtombereich" ist derjenige Bereich gemeint, in dem im Alltag eine besondere Fehlerhäufung auftritt. So zum Beispiel Buchstabenvertauschungen d/b oder d im Auslaut etc.

 

Wie können Sie uns zuhause unterstützen?

Kinder mit ausgeprägten Lernschwierigkeiten benötigen über den schulischen Bereich hinausgehende Unterstützung! Kleine zehnminütige Trainingssequenzen sind im häuslichen Rahmen unerlässlich und müssen täglich stattfinden. Nur durch immer wiederkehrende kurze Übungsintervalle kann eine nachhaltige Förderung erreicht werden. Und nur so lassen sich insbesondere die langen Perioden ohne die Möglichkeit einer schulischen Förderung (Ferienzeiten) ohne allzugroße Rückschläge überwinden.

Wie und womit Eltern Ihr Kind mit seinen spezifischen Bedürfnissen fördern können, besprechen sie in enger Zusammenarbeit mit der Förderlehrerin oder dem Förderlehrer.

 

Realistische Perspektiven

Kinder mit einer ausgeprägten Legasthenie sind im schulischen Bereich nicht ausreichend zu "behandeln" und benötigen eine außerschulische Lerntherapie. Ferner gibt es Kinder, deren Lernschwierigkeiten auf eine psychische Störung zurückzuführen sind. Auch hier ist die Schule nicht in der Lage, diese Kinder adäquat zu unterstützen. Hier wird die Hilfe eines Kinder-Psychotherapeuten nötig sein.

Jedoch versuchen wir im Rahmen unserer personellen und strukturellen Möglichkeiten, Kinder mit Lernschwierigkeiten im Bereich Lesen und Schreiben sowohl innerhalb des Klassenunterrichts als auch in spezifischen LRS-Förderkursen bestmöglichst zu fördern.

 

  

LRS-Förderung an der ESS

 

Es gibt Schülerinnen und Schüler, bei denen besondere Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Rechtschreibens bobachtet werden. Für diese Schülergruppe sind besondere schulische Fördermaßnahmen notwendig.

Diese besonderen Fördermaßnahmen beziehen sich auf allgemeine Fördermaßnahmen, die im Rahmen des Klassenunterrichtes erfolgen, und auf zusätzliche Fördermaßnahmen, die über die Stundentafel hinaus zusätzlich durchgeführt werden. Genauere Hinweise zur Förderung finden sich m Runderlass des Schulministeriums NRW von 1991 (= Bass 14-01 Nr. 1) Auch die KMK-Konferenz hat Hinweise zur Förderung dieser Kinder herausgegeben.

 

 

Häufig finden  Schülerinnen und Schüler die Rechtschreibung undurchschaubar und meinen, alles auf einmal beherrschen zu müssen. Daher ist das erste Ziel, den Kindern eine Ordnung der Rechtschreibung aufzuzeigen und ihnen zu erklären, dass man wie bei einem Hausbau erst mit dem Keller beginnen muss (=lesbar schreiben und den Lauten die richtigen Buchstaben zuordnen), um dann nach und nach die anderen Dinge zu erarbeiten.

 

Um ein gut-lesbare, zügige Handschrift zu erlernen, üben die Kinder intensiv mit der „Grundschriftkartei“ die richtige Bewegungsrichtung, denn diese ist häufig falsch eintrainiert. Auch das richtige Korrigieren (sauberes Durchstreichen, Korrektur unter dem Text) wird geübt.

 

Oft lassen Kinder aus dieser Schülergruppe Buchstaben aus oder verwechseln sie: die Zuordnung der Laute zu den Buchstaben gelingt nicht. Dies üben die Kinder mittels speziell auf diese Problematik abgestimmten Wörterlisten, dem Aussortieren von Modellwörtern auf einen speziell zu übenden Laut, mit Abschreibtexten oder auch mit einem PC-Programm.

 

Wenn die Kinder in der Lautbuchstabenzuordnung sicher sind, üben sie mit sogenannten Korrekturtexten, in denen Verschreibungen wie Buchstabenauslassungen oder –verwechslungen enthalten sind. Sie üben daran, in eigenen Texten genau diese Verschreibungen selbstständig zu erkennen.

 

Kinder, die Schwierigkeiten mit der Unterscheidung der Länge von Vokalen haben, trainieren durch das Sortieren einer Kartei oder mit einem speziellen PC-Trainingsprogramm.

 

Auch das Erkennen von Wortarten wird durch das Sortieren von Modellwörtern und das Bearbeiten von Korrekturtexten geübt.

 

Neben diesen Rechtschreibübungen trainieren einzelne Schülerinnen und Schüler der Fördergruppen ihre Lesefähigkeit und Lesefertigkeit mittels der Lesematerialien der Rechtschreibwerkstatt und des Trainingsprogramms „Lesen. Das Training“.